In der islamischen Welt ist die Rose ein bedeutsames Symbol. Die Poeten verehrten sie in unzähligen Gedichten und in der Malerei. So kam es, dass die Rose selbst ein Märchen wurde, das mit dem legendären Duft ihres Nektars seit Jahrtausenden den Betrachter verführt. Als Illumination kehrt die orientalische Rose in der Ketubba wieder. Die Ketubba ist der jüdische Ehevertrag, der seit der Antike im Orient und seit dem Mittelalter auch in Europa existiert. Für die jüdische Eheschließung war die Ketubba unverzichtbar. Sie diente allein der Absicherung der Frau. Denn nach dem jüdischen Gesetz darf nur der Mann die Scheidung einreichen und dieser Schritt sollte ihm nicht zu leicht gemacht werden. Die traditionelle Ketubba ist bis heute in Aramäisch abgefasst, der Verkehrssprache des Orients der Antike. Je nach Epoche und Kulturraum ist die Ketubba sehr unterschiedlich und oft prächtig illustriert. Im mittelalterlichen Europa illuminierten Künstler oder Mitglieder der Familie die Ketubba um Fälschung vorzubeugen. So gab es keine weißen Flächen im Dokument, auf denen man Textergänzungen hätte vornehmen können. Die orientalische Ketubba schuldete ihre Pracht vor allem der Tatsache, dass eine Hochzeit ein großes öffentliches Ereignis war. Persien war das wichtigste Zentrum für Ketubba-Illumination im Orient.
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